Kammerflimmern (2014-2015)

In den Zeichnungen der Serie Kammerflimmern arbeite ich mit dem, was ich auf medizinischen Bildern wahrnehme. Mein Blick ist medizinisch ungeschult. Die Frage ist aber, ob er deswegen auch unvoreingenommen ist und wo die Grenzen für einen Perspektivenwechsel liegen. Die Zeichnungen zeigen Formen, die Fragmente aus medizinischen Bildern aufnehmen, die aber mit frei erfundenen und frei konstruierten Flächen und Formen kombiniert sind. Dabei bewegen sie sich weit weg vom Ausgangsmaterial und es entstehen neue abstrahierte oder auch fantasierte Bilder. Damit ergibt sich eine andere Perspektive auf das Bild, eine Lesart, die die Bildhaftigkeit des Bildes thematisiert. Die Bilder verweisen auf nichts anderes mehr als auf sich selbst. Während das wissenschaftliche Bild durch den Mediziner interpretiert wird und er typischer Weise davon ausgeht, dass dieses die Wirklichkeit nahezu deckungs-gleich abbildet, sieht man auf meinen Bildern Formen und Strukturen an sich. Meine Zeichnungen thematisieren so die Bildhaftigkeit des naturwissenschaftlich, medizinischen Bildmaterials.